Ökumenisches Geläut zu Sankt Martin

El Greco (Domenikos Theotokopoulos) (Greek, 1541 – 1614 ), Saint Martin and the Beggar, 1597/1599, oil on canvas with wooden strip added at bottom, Widener Collection Quelle: Wikipedia

Vom 11.11.2020 bis zum 26.12.2020, also vom Martinstag bis zum 2. Weihnachtstag, wird empfohlen, abends um 19.30 Uhr die Kirchenglocken zu läuten.

In vielen Städten wird der Martinstag besonders begangen. Auch wenn die traditionellen Martinszüge in diesem Jahr ausfallen müssen, lohnt es sich, an Martin von Tours und seinen Einsatz für die Armen zu erinnern. Alle Gemeindeglieder sind eingeladen, an jedem Abend einen Moment inne zu halten und im Gebet die Erkrankten und Besorgten, die Ärztinnen und Ärzte sowie die Pflegenden vor Gott zu bringen.

Dabei kann das ökumenische Gebet mitgesprochen werden, das der römisch-katholische Speyerer Bischof Dr. Wiesemann und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Kirche) Dr. Christian Schad für diese Zeit verfasst haben. Möglich ist dabei auch, einen Moment stille zu werden und an die Menschen zu denken, die einem lieb sind oder die sich in ihrer Existenz gefährdet sehen. Darüber hinaus sind alle eingeladen, in der Zeit des ökumenischen Glockenläutens und Gebets eine Kerze als Hoffnungslicht ins Fenster zu stellen. So setzen wir in diesen Tagen, in denen uns die zweite Infektionswelle der Corona-Pandemie große Sorgen bereitet, wiederum ein hörbares und sichtbares Zeichen der ökumenischen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trostes und der Ermutigung.

Barbara Rudolph
Oberkirchenrätin

Zweites Ökumenisches Gebet in Zeiten von Corona

Treuer und barmherziger Gott,
vor Dich bringen wir alles, was uns in diesen Tagen und Wochen bewegt: unsere Sorgen und Ängste, aber auch unsere Hoffnung und Zuversicht.
Nach wie vor bestimmt Corona unsere Gefühle, unseren Alltag, unser Zusammenleben.
Die kürzer werdenden Tage, die zunehmende Kälte und der aufsteigende Herbstnebel – sie sind wie sichtbare Zeichen der Angst, der Einsamkeit und der Verunsicherung in uns.
Wir bringen vor Dich die vielen Menschen, die sich fürchten, sich mit dem Virus anzustecken, und die sich um das Wohlergehen ihrer Familie und Freunde sorgen;
die darunter leiden, dass sie zu anderen auf Abstand gehen müssen und um ihrer Mitmenschen willen in ihrer Freiheit eingeschränkt sind.
die um ihren Arbeitsplatz bangen, in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind oder ihre Bildungs-und Berufschancen gefährdet sehen.

Treuer und barmherziger Gott,
wir bitten Dich um Heilung für alle, die an Corona erkrankt sind, und um Zuversicht für ihre Angehörigen;
die Erfahrung Deiner tröstenden Gegenwart für alle alten, kranken und einsamen Menschen; das Leben in Fülle für alle Verstorbenen, an die wir in dieser Jahreszeit besonders denken;
um Kraft für die, die haupt-und ehrenamtlich für andere da sind -in Kliniken, Altenheimen, Behinderteneinrichtungen und Nachbarschaftshilfen;
die richtigen Worte für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen gerade auch in dieser Zeit Deine frohmachende Botschaft zusagen;
um Ideenreichtum und Kreativität für alle, die nach Wegen suchen, unsere Kirchen offenzuhalten und Kirche erfahrbar zu machen;
Halt für die, die durch Corona in wirtschaftliche Not geraten sind;
die richtigen Entscheidungen für alle, die in Politik und Gesellschaft Verantwortung tragen;
um den Geist der Solidarität und Fürsorge für uns
– und alle, die noch dazu unter Krieg und Verfolgung, Terror und Flucht leiden;
die Einsicht, dass jede und jeder von uns sich selbst zurückzunehmen muss, um das Leben anderer zu schützen.


Treuer und barmherziger Gott,
Du bist das Licht, das alle Dunkelheiten unseres Lebens erhellt.
Du schenkst Hoffnung und Zuversicht, wenn wir nicht weiterwissen.
Du weckst in uns die Bereitschaft, füreinander einzustehen.
Dich loben und preisen wir alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.
Mit allen Christinnen und Christen auf der ganzen Erde beten wir: Vater unser im Himmel …

Evangelische Kirchen: Gemeinsame Erklärung zur aktuellen Lage

Mit Blick auf den im November nun neuerlich bevorstehenden Teil-Lockdown erklären Landessuperintendent Dietmar Arends (Lippische Landeskirche), Präses Annette Kurschus (Evangelische Kirche von Westfalen) und Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland) gemeinsam:

Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.   (1. Petrus 3,15)

Hoffnung, die weiter trägt als menschliches Vermögen und vernünftiges Kalkül: Die brauchen wir gegenwärtig so nötig wie selten.

Der neuerlich notwendig gewordene Teil-Lockdown bedeutet für viele Menschen eine enorme weitere Belastung.

Wir haben gesehen, wie berufliche Existenzen durch die Beschränkungen im Frühjahr gefährdet und zerstört wurden, wie insbesondere alte Menschen von Einsamkeit bedroht waren, wie unser soziales und kulturelles Leben gelitten hat. Nun müssen wir nach einem kurzen Aufatmen während der Sommermonate erleben, dass die Corona-Pandemie noch lange nicht durchgestanden ist, sondern weitere Anstrengungen und Beschränkungen erfordert. Unterdessen ist unsere Gesellschaft dünnhäutiger geworden, und der dunkle Monat November macht es für viele Menschen zusätzlich schwer. Wir stehen vor schweren Wochen, auch weil das Wissen um den nun herausfordernden Alltag erneut verunsichert und schmerzt.

Uns Christinnen und Christen trägt die Gewissheit, dass Gott auch und gerade in dieser schweren Zeit an unserer Seite steht. Wir trauen dem Leben mehr zu als dem Tod.

Gerade jetzt ist unsere besondere Aufgabe, die Einsamen, Alten und Schwachen nicht im Stich zu lassen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei denen, die sich Tag und Nacht einsetzen in Arztpraxen und Krankenhäusern, auf Intensivstationen, in Altenheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

Uns liegt am Herzen und wir sehen uns in der Pflicht, unserem seelsorglichen Auftrag – wie schon im Frühjahr – unter veränderten Rahmenbedingungen weiter mit ganzer Kraft nachzukommen. Das tun wir auch: Wir laden weiterhin ein zu Präsenzgottesdiensten unter strengen Schutzmaßnahmen. Unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger sind ansprechbar und suchen auch weiterhin den Kontakt zu den Menschen. Kirchliche Beratungsstellen bieten nach wie vor ihre Hilfe und Unterstützung an.

In unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei denen, die nun erneut um ihre berufliche Existenz bangen: bei den Kulturschaffenden, den Gastronomen, Hoteliers und Selbstständigen, gerade in der Kulturszene und der Veranstaltungsbranche, und vielen anderen mehr.

Unsere Gedanken und Gebete begleiten die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern, Kommunen und Landkreisen, die nach bestem Wissen und Gewissen schwere Entscheidungen treffen.

Der November als Monat des Gedenkens an die Verstorbenen ist der letzte Monat des Kirchenjahres. Ihm folgt die Adventszeit: Eine Zeit der Erwartung – und zugleich eine Zeit der Buße und der Umkehr. Innehalten, umkehren und neue Wege einschlagen – in der Erwartung Gottes, der sich zu uns aufmacht. Als Mensch unter Menschen, mitten hinein in diese schwere Zeit. Niemand und nichts ist verloren.

Diese Hoffnung trägt uns. Diese Hoffnung tragen wir in die Welt. Jetzt erst recht.

Abgesagt: Seniorenadventsfeier am Ostacker

Krippe mit Jesuskind, Joseph und Ochs und Esel
Photo: Tijmen Aukes

Nach reiflicher Überlegung sind Pfarrer und Mitarbeiter schweren Herzens zu dem Schluss gekommen, dass die Seniorenadventssfeier am Ostacker in diesem Jahr nicht angeboten werden soll. Die zulässige Teilnehmerzahl unter Coronaschutzbestimmungen ist so niedrig, dass nur eine kleine Schar von Besuchern kommen könnte, die Mehrheit aber das Nachsehen hätte. Das würde sich auch beim Angebot von zwei Feiern nicht groß ändern. Außerdem wären der beliebten Musikgruppe „Wahre Freunde“, deren Weihnachtslieder immer eine Hauptattraktion des Programms waren, in dieser Zeit kein Gesang, sondern nur bloße Instrumentalmusik erlaubt. (Der Mindestabstand für Gesang liegt bei 4m, was auf der Bühne des Saals nicht möglich ist.) Schließlich ist absehbar, dass auch noch zur Weihnachtszeit generelle Maskenpflicht in geschlossenen Räumen gelten wird. Das gemütliche Kuchenessen und Kaffeetrinken wären damit ebenfalls untersagt. Wir bitten alle Betroffenen um Verständnis dafür, dass wir gerade für besonders gefährdete Altersgruppen wie die älteren und  z.T. hochbetagten Besucher unserer Weihnachtsfeiern kein unnötiges Risiko eingehen wollen. 

Weltgebetstag der Frauen 2021 – Worauf bauen wir?

Das Gemälde zeigt die Situation auf Vanuatu als der Zyklon Pam 2015 über die Inseln zog (Bild: Juliette Pita).

„Worauf bauen wir?“, ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Mit ihrem Gottesdienst am Freitag, den 5. März 2021, wollen die Frauen aus Vanuatu ermutigen das Leben auf den Worten Jesu aufzubauen, die der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sein sollen. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus.

Im Moment ist noch unklar, wie die Situation im März 2021 aussehen wird. Außerdem sind die Gegebenheiten vor Ort völlig unterschiedlich. Und auch für jede Einzelne stellt sich die Situation unterschiedlich dar, je nachdem ob sie zu einer Risikogruppe oder einem Risikogebiet gehört etc. Dennoch: Der Weltgebetstag der Frauen wird stattfinden.

Die Frauen aus Vanuatu sind auf der Internationalen Weltgebetstagskonferenz 2012 ausgewählt worden, den Gottesdienst für das Jahr 2021 vorzubereiten. Die Erarbeitung des Gottesdiensttextes und weiterer Materialien zum Weltgebetstag geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Internationalen Weltgebetstagskomitee. Dieses unterstützt die Schreiberinnen unter anderem bei der Konzeption und Durchführung von Vorbereitungstreffen.

Ungewöhnlicherweise gibt es zum Weltgebetstag Vanuatu zwei Bilder. „Jedes Jahr schickt das vorbereitende Weltgebetstagskomitee ein Bild in alle Welt. Durch intensive Recherche und ein bisschen Glück haben wir dann noch die vanuatuische Künstlerin Juliette Pita kennengelernt“, erklärt Dr. Irene Tokarski. Der Vorschlag von Deutschland, Österreich und der Schweiz, dieses Bild als weiteres Bild für den Weltgebetstag 2021 aufzunehmen, stieß beim Internationalen und beim vanuatuischen Komitee auf Begeisterung. „Das Bild ist so schön. Verwende es für den Weltgebetstag Vanuatu”, antwortete Ruth Dovo aus Port Vila, der Hauptstadt Vanuatus. Das zweite Bild ist ein Foto mit Pflanzen aus den Gärten der Frauen, eine Bislama-Bibel, Girlanden-Halsketten und palmengeflochtene Körbe und Fächer. „Das Bild symbolisiert die Vanuatu-Gemeinschaften, es spiegelt Gottes Schöpfung, es zeigt die Verbindung mit dem Land und die Schönheit des Lebens durch den Glauben“, so die Frauen aus Vanuatu.

In diesem Jahr hat ein Frauen-Redaktionsteam aus Deutschland, Österreich und Schweiz den deutschen Gottesdiensttext erarbeitet. „Wir können nicht vom Weltgebetstag reden, wenn wir nicht auch zwischen den deutschsprachigen Ländern enger zusammenarbeiten“, sagt Irene Tokarski. „Es tut uns gut, über Grenzen hinweg den ökumenischen Geist zu stärken.“

Im deutschen Weltgebetstagskomitee sind Frauen aus zwölf Mitgliedsorganisationen und neun Konfessionen vertreten. Dadurch wird sichergestellt, dass in der Übersetzung die unterschiedlichen christlichen Konfessionen und ihre liturgischen Besonderheiten vertreten sind.

Quelle: Webseite des Weltgebetstags

Herbst und Erntedank

Altarbild der Beecker Kirche mit Sonnenblumen, Kürbissen, Feldfrüchten, Gemüse
Photo: Silvia Winkel

Herbst 
von Rainer Maria Rilke (*1875 †1926) 

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Neue Corona-Verordnung ab Samstag, den 17.10.

Das Land Nordrhein-Westfalen passt die Coronaschutzverordnung dem jüngsten Infektionsgeschehen an. So will das Land dem massiven Anstieg an neu festgestellten Corona-Infektionen mit einheitlichen Regelungen begegnen. Dies hat mit Inkrafttreten auch Auswirkungen auf die Stadt Duisburg:

Das Land gibt vor, dass nun noch strengere Regeln in der Gastronomie gelten. Diese muss nun um 23 Uhr schließen. Auch der Verkauf von alkoholischen Getränken, etwa an Kiosken und Tankstellen, ist nun ab 23 Uhr nicht erlaubt. Die Polizei und das Ordnungsamt haben dazu entsprechende Schwerpunktkontrollen vereinbart.

Die Stadt Duisburg hatte zuvor schon per Allgemeinverfügung geregelt, dass sich nur noch Gruppen von bis zu 5 Personen oder aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum treffen dürfen. Auf allen Märkten gilt die Maskenpflicht.

Private Feiern aus herausragendem Anlass (Taufen, 18. Geburtstage, runde Geburtstage, Hochzeitsfeiern, Jubiläen, Abschlussfeiern und auch Beerdigungen) dürfen mit höchstens 10 Personen begangen werden. Für Treffen im privaten Bereich wird ausdrücklich empfohlen, auch diese mit nicht mehr als zehn Personen stattfinden zu lassen.

Die Stadt Duisburg wird außerdem mehr Unterstützung vom Land und vom Bund bekommen, um die Nachverfolgung von Infektionsketten und die sich daraus ergebenen Quarantäneverpflichtungen zu begleiten. Um die Verbreitung des Coronavirus weiter einzuschränken, werden die Kontrollen zur Überwachung der Quarantäne in den kommenden Wochen ebenfalls intensiviert.

Die Stadt Duisburg bittet alle Duisburgerinnen und Duisburger nochmals eindringlich, die geltenden Regelungen zu beachten und gemeinsam und solidarisch die Herausforderungen der nächsten Tage und Wochen anzugehen.

Gottesdienstvertretungen

Durch die längerfristig Krankheit von Herrn Klemm haben sich die diensthabenden Pfarrer an den Sonntagen geändert. Abweichend gilt:

11.10. Tereick

01.11. Fleckner (Gd. mit Abendmahl)

08.11. Tereick

15.11. Aukes

29.11. Aßmann mit Frauenhilfe

06.12. Fleckner (Gd. mit Abendmahl)

Sie finden die Termine natürlich auch im Kalender.

Änderung beim Tragen des Mund-Nasen-Schutzes

Es gibt eine Änderung bezüglich des Mund-Nasen-Schutzes. Bisher konnten Sie diesen sobald Sie am Platz saßen abnehmen. Dies ist momentan wegen der hohen Inzidenzzahl in unserer Stadt leider nicht mehr möglich, denn das Land Nordrhein-Westfalen hat aktuell einen neuen verpflichtenden Erlass an die Ordnungsbehörden versandt.

Danach müssen alle Duisburgerinnen und Duisburger ab Mittwoch, den 14.10., bei Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumlichkeiten auch am Platz eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Dies gilt natürlich auch für unsere Gottesdienste. Wir bedanken uns bei Ihnen, dass Sie sich an die Regeln halten und freuen uns auf Ihren Besuch in der Beecker Kirche.

Neuer Superintendent: Die Kirche der Zukunft wird in Kooperationen existieren

Die Kirche der Zukunft wird in Kooperationen existieren. Das ist für Dr. Christoph Urban ein Schlüsselsatz, den der Pfarrer in seiner Bewerbungsrede auf der Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg aussprach, wo er zum Nachfolger von Superintendent Armin Schneider gewählt wurde. Beim Medientermin der beiden hob Dr. Urban die Bedeutung der Zusammenarbeit vieler erneut hervor.

Die Kirche der Zukunft „macht gemeinsame Sache mit anderen Konfessionen, Religionen, der Stadt, Zivilgesellschaft, Diakonie und Caritas.“ Gerade das sei ihre Chance, so Dr. Urban, „weiterhin Kirche vor Ort zu sein und eine gute Alternative zu immer größer werdenden Einheiten. Dazu braucht es starke und gut ausfinanzierte Kirchengemeinden, deren Identität im Sozialraum liegt. Mit selbstbewussten Presbyterinnen und Presbytern, die ins Gemeinwesen vernetzen, weil sie dort selbst engagiert sind. Es braucht die Partizipation, die Mitwirkung vieler, um Kirche gemeinsam mit und für Andere zu gestalten.“

Dr. Urban hatte wie auch Pfarrer Rainer Kaspers, der ebenfalls für die Wahl zum Amt des Superintendenten kandidierte, die Aufgabe erhalten, der Duisburger Synode ihre Vorstellungen zum Thema „Wie können wir heute und in Zukunft erkennbar in Duisburg Ev. Kirche vor Ort sein?“ zu skizzieren. Die Abgeordneten des Kirchenparlamentes –  Pfarrerinnen und Pfarrer, gewählte Presbyterinnen und Presbyter der 15 Kirchengemeinden sowie berufene Mitglieder – wählten Dr. Urban im ersten Wahlgang mit 58 Stimmen von 90 abgegebenen Stimmen. Erstmals in Duisburg wurde die Stelle des Superintendenten im Hauptamt, also ohne die Anbindung an eine Gemeinde- oder Funktionspfarrstelle, besetzt. Das hatte die Duisburger Kreissynode im Blick auf die anstehende Neuwahl so beschlossen, weil die Aufgaben des Superintendentenamtes nach Einschätzung der großen Mehrheit in den letzten Jahren immer vielfältiger und komplexer geworden sind. Leitungsämter in der evangelischen Kirche sind immer Ämter auf Zeit. Die Amtsperiode dauert acht Jahre. Danach muss neu gewählt werden.

Dr. Urban ist Pfarrer der Gemeinde Konz im Kirchenkreis Trier. Das neue Amt als Duisburger Superintendent tritt er im Dezember an. Er ist jetzt neugierig auf Gemeinden und Presbyterien, auf die Kolleginnen und Kollegen, den Kreissynodalvorstand, die Verwaltung und Mitarbeitende des Kirchenkreises, „mit denen allen ich mir eine gute und geschwisterliche Zusammenarbeit wünsche.“ In den Gesprächen werden seine in der Bewerbungsrede skizzierten Ideen zur Zukunft der Kirche eine Rolle spielen. Dazu gehört die Fortsetzung des Vorhabens, Kooperationen mit Nachbarkirchenkreisen auszuloten und einen Prozess der Aufgabenkritik einzuleiten, sowie die das Ziel, dass der Duisburger Kirchenkreis ein politischer bleiben soll. Dieser bezieht weiterhin Stellung zu wichtigen Themen und Vorgängen, erhebt die Stimme für diejenigen, die keine haben und begleitet den Strukturwandel in der Region sowohl konstruktiv-kritisch als auch tatkräftig. Außerdem: „Die Kreissynode setzt sich eine Themen-Agenda und kümmert sich um die großen Fragen der kommenden Jahre: Migration, Digitalisierung und Klimaschutz.“ Und schließlich: Der Kirchenkreis lotet mit der römisch-katholischen Kirche aus, welche Aufgaben konfessionsübergreifend angegangen werden können und hält an der bleibenden Erwählung Israels fest und trägt zu einem gedeihlichen Miteinander von Christen, Juden und Muslimen in dieser Stadt bei.

Gefragt, was er seinem Nachfolger wünsche, antwortet Superintendent Armin Schneider bei dem Medientermin: „Zuallererst Gottes Segen. Und dann wünsche ich ihm Menschen an seiner Seite, mit denen er gut und auch gerne zusammenarbeiten kann. Und dass er ebenso gerne in diesem Kirchenkreis arbeitet, wie ich es erleben durfte.“ Pfarrer Armin Schneider ist seit 16 Jahren Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg und geht Ende November in den Ruhestand. Das Superintendenten-Amt habe nicht zu seinem Lebensplan gehört. „Als ich angesprochen worden bin, habe ich lange gezögert“ sagt Schneider. Denn er habe Respekt vor der Aufgabe gehabt. Doch als Teamplayer habe ihm die Arbeit mit den vielen Menschen Spaß gemacht. Pfarrer Armin Schneider war 2004 zum Superintendenten des im gleichen Jahr aus den beiden Kirchenkreisen Duisburg Nord und Süd fusionierten Evangelischen Kirchenkreises Duisburg gewählt worden; 2012 wurde der Krankenhauspfarrer mit großer Mehrheit in seinem Amt für weitere acht Jahre bestätigt. „Nach meinem Eindruck sind die beiden Kirchenkreise zusammengewachsen“ stellt Superintendent Schneider rückblickend fest. „Wir werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen als evangelische Kirche vor Ort und wir haben uns immer wieder zu politischen und sozialen Fragen positioniert; das war mir auch persönlich wichtig.“ Neben allem Erreichten ist Superintendent Schneider der Hinweis auf die Vielzahl der Maßnahmen zur Mitgliederorientierung wichtig und zählt dabei die Eintrittsstelle an der Salvatorkirche, die Feier von bisher vier großen Duisburger Kreiskirchentagen und zwei großen Tauffesten sowie Aktionen wie Glückwunschkarten zur Geburt. „Diese Maßnahmen waren wichtig und notwendig; gleichzeitig haben wir aber auch über 20.000 Mitglieder in diesen Jahren verloren. Das zeigt, dass es einen gesamtgesellschaftlichen Trend gibt, gegen den man schwer ankommt. Dennoch bleibe ich davon überzeugt, dass die Kirchen etwas anzubieten haben, was niemand anderes anbieten kann: Dass Menschen im Evangelium Halt und Orientierung finden für ihr Leben. Das weiter zu sagen und auch zu leben – das bleibt unsere Aufgabe. Auch unabhängig von unserer Größe.“ 


Informationen zu beiden Kandidaten gibt es auf dieser Seite weiter unten: Dort sind die Links zu den  Aufzeichnungen der beiden Gottesdienste aufgeführt (Pfarrer Kaspers und Pfarrer Dr. Urban predigten beide zur gleichen Bibelstelle: 1. Korinther 3, 9-17); ebenso finden sich dort Vorstellungsreden und die schriftlichen Fassungen der Predigten als PDF sowie die Lebensläufe der beiden Kandidaten als PDF.

Beide Kandidaten predigten zur gleichen Bibelstelle: 1. Korinther 3, 9-17

  • Der Gottesdienst mit der Probepredigt von Pfarrer Rainer Kaspers ist über diesen Link auf youtube zu sehen.
  • Der Gottesdienst mit der Probepredigt von Pfarrer Dr. Christoph Urban ist über diesen Link auf youtube zu sehen.

Manfred Rekowski zum Tag des Flüchtlings 2020

Zum Tag des Flüchtlings 2020 am 2. Oktober spricht der rheinische Präses Manfred Rekowski von einem persönlichen Traum: „Kein Mensch sollte seine Heimat verlassen müssen, nicht deswegen, weil die politische Situation so furchtbar ist, nicht deswegen, weil die existenzielle Not so groß ist, nicht deswegen, weil er die Folgen des Klimawandels spürt, und nicht wegen Gewalt, Krieg oder Terror“, sagt der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Video.

Rekowski erinnert in Anlehnung an das „Wir schaffen das“-Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) daran, was die deutsche Gesellschaft, aber auch die geflüchteten Menschen selbst in den fünf Jahren seit 2015 geschafft haben, als das Weltproblem der Flucht Europa und Deutschland plötzlich spürbar naherückte. Die Gesellschaft habe damals eine sehr beeindruckende humanitäre Erste Hilfe geleistet – von den Behörden bis zu den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Aber auch viele Geflüchtete seien hier gut angekommen, hätten Arbeit und Freunde gefunden und gelernt, die gesellschaftlichen Spielregeln zu akzeptieren.

„Was im Grundgesetz steht, ist nicht verhandelbar. Und diejenigen in unserer Gesellschaft, die das infrage stellen, egal, wo sie herkommen, werden das lernen müssen.“