Woche der seelischen Gesundheit: „Reden hebt die Stimmung – Seelisch gesund in unserer Gesellschaft”

Vom 10. bis 20. Oktober 2022 nimmt die Woche der Seelischen Gesundheit in diesem Jahr unsere sozialen Beziehungen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Blick.

Unter dem Motto „Reden hebt die Stimmung – Seelisch gesund in unserer Gesellschaft” setzt sich die Aktionswoche dafür ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und Verständnis füreinander zu entwickeln. Denn: Reden hilft und kann entstandene Gräben überwinden und zu einem neuen Miteinander beitragen.

Bundesweit finden zahlreiche Veranstaltungen sowohl digital als auch live vor Ort statt. Alle sind eingeladen, bei verschiedenen Veranstaltungsformaten und Aktionstagen die kleinen und großen Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung kennenzulernen. Ob Vorträge, Workshops, Podcasts oder Kunstausstellungen, jährlich beteiligen sich rund 50 Regionen und Städte mit insgesamt über 400 Präsenz- und Online-Veranstaltungen.

Die Veranstaltungen der Aktionswoche sind in der Regel kostenfrei und richten sich an alle Generationen. Sie tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und Betroffene sowie deren Angehörige einzubinden. Die Angebote wollen jeden motivieren, offen über seine Probleme zu reden, sich Hilfe zu suchen und vor allem Präventions- und Beratungsangebote in der Nähe kennenzulernen.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit unterstützt alle Veranstalter, Betroffenen und Interessierten inhaltlich mit fachlichen Informationen, Hilfsangeboten und Tipps sowie Experteninterviews zum Thema der Aktionswoche. Darüber hinaus koordiniert das Bündnis den bundesweiten Online-Veranstaltungskalender, das Programmheft für alle Berliner Veranstaltungen und die große Auftaktveranstaltung am 10. Oktober 2022 vor Ort in Berlin, die ebenso im Livestream auf dem YouTube-Kanal des Aktionsbündnisses verfolgt werden kann.

Das Aktionsbündnis setzt auf Vielfalt statt Ausgrenzung und engagiert sich für eine offene und inklusive Gesellschaft!

Gemeinsam durch die Energiekrise: Diakonie und Kirche starten Aktion #wärmewinter

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Diakonie Deutschland rufen angesichts der hohen Belastung vieler Menschen durch die gestiegenen Energiepreise die Aktion #wärmewinter ins Leben. Diakonie und Kirche öffnen in diesem Herbst und Winter ihre Türen und schaffen in ganz Deutschland wärmende Orte, wo Betroffene Hilfe erhalten, sich aber auch über ihre Rechte informieren können. Außerdem soll die Aktion auf die vielen bereits bestehenden Angebote von Diakonie und Kirche hinweisen, darunter zum Beispiel die Allgemeine Sozialberatung oder die Schuldnerberatung. Mit der gemeinsamen Kampagne setzen Diakonie und Kirche ein Zeichen gegen soziale Kälte und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Weitere Informationen und Materialen finden Sie auf www.waermewinter.de

Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): „Viele sorgen sich vor der Kälte. Vor der fühlbaren Kälte in den eigenen vier Wänden – und vor der bürokratischen Kälte in den Kündigungsschreiben von Energieversorgern und Vermietern. Uns Kirchen kommt in diesem Winter eine besondere Verantwortung zu: Wir sind in unserer christlichen Verantwortung dazu gerufen, der Kälte mit Herzenswärme zu begegnen. Es gilt, unsere Räume all jenen zu öffnen, die Hilfe benötigen, und uns für diejenigen einzusetzen, deren Stimmen nicht gehört werden.“

Ulrich Lilie, Präsident Diakonie Deutschland: „Mit dem #wärmewinter wollen wir ein Zeichen setzen, dass Kirche und Diakonie niemanden alleine in der Kälte stehen lassen. Sozialer und realer Kälte setzen wir – wie populistischen Versuchen unsere Gesellschaft zu spalten – praktische Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit entgegen und tun dies bereits in vielen Beratungsstellen und Einrichtungen. Mit der Aktion verbinden wir die Hoffnung, dass sich viele weitere lokale Initiativen und Kirchengemeinden anschließen, mit viel Kreativität weitere Angebote schaffen und sich untereinander und mit der Diakonie vor Ort vernetzen. Daneben setzen wir darauf, dass der #wärmewinter in die Köpfe und Herzen auch der Menschen dringt, die sich keine finanziellen Sorgen machen müssen und die steuerlichen Entlastungen der Regierung, wie die 300 Euro Energiepauschale, gar nicht benötigen. Wir appellieren an alle, die das Geld nicht brauchen: Geben sie es direkt an die Mitmenschen weiter, die es dringender benötigen – über eine Spende an eine soziale Einrichtung, eine Initiative oder die direkte Unterstützung der Nachbarn.“

Unter www.waermewinter.de gibt es Infos und Materialien rund um die Aktion.

Horizonte: Autor*innen für den Gemeindebrief gesucht

Haben Sie auch gedacht, dass der letzte Gemeindebrief recht dünn ausgefallen sei? Haben Sie nicht auch das ein oder andere Thema vermisst? Dann wäre das jetzt die Gelegenheit: Ab der nächsten Ausgabe suchen wir für den Gemeindebrief Autor*innen, denn wir sind sicher – es gibt viel zu erzählen von und über unsere Gemeinde.

Ebenso würden wir uns freuen im Redaktionsteam neue Gesichter zu sehen. Die Redaktion stellt den Gemeindebrief zu sammeln und entscheidet, welche Themen an welche Stelle kommen.

Falls Sie Interesse haben: Melden Sie sich bitte bei Pfarrer Eggen. Sie erreichen ihn unter der Telefonnummer: 017647520486 – Seine Mail: Lukas.Eggen@ekir.de

Präses Latzel besucht Meiderich: Pflanzaktion “7 Trees – 7 Weisen neu zu leben”

Der Grüne Hahn ist ein System, mit dem man die Umweltauswirkungen in einer Kirchengemeinde oder kirchlichen Einrichtung erfassen, bewerten und reduzieren kann. Photo: Peter Bernecker, FUNDUS

Mit der Aktion „7 Trees – 7 Weisen neu zu leben“ macht Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, sich auf den Weg, um Beispiele zu finden, wie eine Umkehr gelingen kann. Er sucht Menschen auf, die sich auf den Weg gemacht haben hin zu einer neuen Lebensweise im Einklang mit Gottes Schöpfung. Was machen sie anders, was hat sie bewegt, was gibt ihnen Hoffnung? Die Beispiele dieser Menschen können Mut machen, selbst aufzubrechen und das eigene Leben anders auszurichten.

Als Zeichen pflanzt Präses Latzel an jedem der sieben Orten einen „Baum der Hoffnung“. Eine Übersicht über die sieben Termine finden Sie unten. Die Bäume sind alte Apfelbaumsorten. Sie stehen für die Schönheit und den Reichtum der Schöpfung, die es zu erhalten bzw. neu zu entdecken gilt. Darüber hinaus sind sie – in Aufnahme des Luther zugeschrieben Apfelbaum-Spruchs – ein Zeichen der Hoffnung gegen das Gefühl, dass sich sowieso nichts mehr lohnt.

Unsere Lebensweise tötet

„Unsere Art zu essen, kaufen, wirtschaften, reisen, konsumieren zerstört die Schöpfung, mit der und von der wir leben: Diese Lebensweise tötet – Tiere, Pflanzen, Lebensräume, letztlich auch uns selbst“, erläutert Präses Latzel seine Aktion. Von der Scientific Community über breite Protestbewegungen wie „Fridays for Future“ bis zur Politik gebe es einen Konsens: Damit die Menschheit gut auf diesem Planeten weiterleben kann, braucht es einen fundamentalen Wandel. Technologische Lösungen werden dabei alleine nicht reichen. Wir selbst werden uns neu verstehen und unser Leben neu ausrichten müssen. „Dafür spielen Glauben als Umkehr der Existenz und Hoffnung als Kraft wider die Resignation eine zentrale Rolle“, so Latzel: „Jesus Christus hat zu solch einer Haltung von Umkehr, Glauben und Hoffnung aufgerufen. Sein Wirken begann mit vier kurzen Sätzen. ,Die Zeit ist erfüllt. Das Reich Gottes ist nahe. Ändert euer Denken und Leben! Und glaubt an das Evangelium.‘“

Die Termine im Überblick

  • Montag, 19. September 2022, 16 Uhr, Hochschule Bonn/Rhein-Sieg, Campus Sankt Augustin , Grantham-Allee 20, 53757 Sankt Augustin: Neue Weisen des Lebens in der Forschung, Treffpunkt ist vor dem Empfang im Hauptgebäude  (Gebäude A);
  • Freitag, 23. September 2022, 15.30 Uhr, Evangelische Kirchengemeinde Meiderich, Auf dem Damm 6, 47137 Duisburg: Eine Kirchengemeinde auf dem Weg zum Grünen Hahn , ein Aktionsfest mit Kinderprogramm, Musik und mit Engagierten aus der Gemeinde, der Klimagruppe und Menschen aus dem Stadtteil – und natürlich mit viel Apfelkuchen für alle;
  • Samstag, 1. Oktober 2022, 11 Uhr, Friedhof Wickrathberg, Postillionsweg, 41189 MönchengladbachBiodiverser Friedhof ;
  • Dienstag, 4. Oktober 2022, 14.30 Uhr, Johanneskirchengemeinde Bonn-Duisdorf, Bahnhofstraße 65, 53123 Bonn: u. a. Energieeinsparung, biofaire Ernährung im Kindergarten ;
  • Mittwoch, 5. Oktober 2022, 12.30 Uhr, Haus der Stille, Melsbacher Hohl 5; 56579 RengsdorfNeue ökologische Spiritualität;
  • Donnerstag, 6. Oktober 2022, 10 Uhr, Evangelische Kirchengemeinde Baerl , Schulstraße 5, 47199 Duisburg: Neue Energienutzung u. a. Projekt Infrarotheizung und nachhaltige Gebäudenutzung;
  • Freitag, 7. Oktober 2022, 10 Uhr, Evangelische Kirchengemeinde Aachen, Versöhnungskirche, Johannesstraße 12, 52080 AachenGemeindeprojekt Johannesgarten .

Die Folgen des Klimawandels für die Binnenschifffahrt: Ein Interview mit dem evangelischen Schifferseelsorger aus Duisburg

Fotografin: Birgit Arndt – Quelle: Fundus-Datenbank der EKHN

Wie die Binnenschiffer mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen war das Thema des Gesprächs, das Sabine Merkelt-Rahm mit Pfarrer Frank Wessel vom Evangelischen Binnenschifferdienst Duisburg / Deutsche Seemannsmission, geführt hat.

Herr Wessel, im Moment steigt das Wasser im Rhein wieder, der Tiefstand von 151 am Ruhrorter Pegel scheint überwunden, bedeutet das Entwarnung für die Berufsschifffahrt?

Das wäre zu kurzfristig gedacht, die Regenfälle in Süddeutschland sind vielleicht nur eine Welle, die durchläuft, das Wasser kann jederzeit wieder fallen. Im Moment kommen zwar keine Seeschiffe den Rhein rauf, weil ihr Tiefgang zu groß ist, aber die Binnenschifffahrt hat eine sehr gute Auftragslage auch bei Niedrigwasser.

Wie kommt das?

Die Schiffer bekommen bei Niedrigwasser als Ausgleich einen „Kleinwasserzuschlag“ und fahren mit halber Ladung. Dadurch verbrauchen sie auch weniger Energie und haben in der Fahrrinne eine geringere Strömung gegen sich, als sonst. Hinzu kommen kurze Liege- und Umschlagszeiten Und man darf auch nicht vergessen, auf den Kanälen ist der Schiffsverkehr vom Niedrigwasser gar nicht beeinflusst.

Besonders Schifffahrtsraum für Trockengüter ist stark nachgefragt, jetzt wird wieder vermehrt Kohle transportiert. Und auch das Getreide aus der Ukraine wird über den Fluss abgefahren.

Also kein Grund zur Sorge für die selbständigen Unternehmer in der Binnenschifffahrt?

Die Binnenschiffer wissen, dass ihnen die gute Auftragslage nur so lange hilft, wie sie über die flachen Passagen ihrer Route hinwegkommen. Danach geht dann gar nichts mehr. „Ich komme über die Engstelle bei Kaub mit 300 Tonnen gerade noch drüber, aber viele Kollegen fahren da schon gar nicht mehr“, hat noch vor ein paar Tagen ein  Binnenschiffer zu mir gesagt. Die Leute auf dem Fluss leben mit den Hochwassersperrungen und den Risiken bei Niedrigwasser Jahr ein Jahr aus und sind es gewöhnt. Sie müssen immer viele sich verändernde Parameter im Auge zu behalten, die ihre Fahrten beeinflussen können. Wie weit sie über langfristige Folgen des Klimawandels nachdenken, ist eine andere Frage.

Welche Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt sind auf lange Sicht denkbar?

Schon heute ordern die großen Konzerne tiefgangoptimierte Transportschiffe, um den vermehrten und länger andauernden Niedrigwasserständen etwas entgegen setzen zu können. Nur mal angenommen, der Rhein wäre etwa durch die verminderten Wasser der Gletscherschmelze irgendwann nicht mehr dauerhaft schiffbar, das Szenario ist ja denkbar. Dann wären nicht nur die Binnenschiffer betroffen. Wenn die Zulieferung zu den großen Industrien am Rhein in Ludwigshafen, Mannheim, Wesseling und Duisburg per Schiff zum Erliegen käme, dann wären Tausende von Arbeitsplätzen an Land ebenso betroffen. Die Schiffer sind bei den derzeitigen Krisen oft vergessen.

Woran denken Sie da speziell?

Zum Beispiel hat man bei den großen Impfaktionen gegen Corona die Leute auf den Schiffen glatt vergessen. Bei den Seeschiffen hat sich Gitta Samko, die hier die Seemannsmission betreut hat, sehr eingesetzt, um Impfungen für die internationalen Besatzungen zu organisieren. Die Seeleute bekommen bei Krisen und bei kriegen, wie jetzt in der Ukraine die Auswirkungen sofort zu spüren. Ich weiß zum Beispiel von einer kompletten Schiffsbesatzung, die auf Grund der politischen Lage ein ganzes Jahr im Hamburger Seemannsheim festgesessen hat.

Im Moment ist die Stelle für die Seemannsmission unbesetzt, oder?

Leider ja, noch haben wir keine geeignete Nachfolge für Gitta Samko gefunden. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch Kandidaten mit einem entsprechenden Studium melden würden, die gerne und engagiert soziale Arbeit auf dem Fluss machen wollen.

Danke für das Gespräch, Herr Wessel und noch eine letzte Frage. Hat sich das Niedrigwasser auch auf das Kirchenboot ausgewirkt?

Wir haben einen Meter zwanzig Tiefgang und konnten deshalb nicht mehr alle kleinen Häfen im Umkreis anlaufen. Aber wir haben die Zeit genutzt, um die Hinrich Wichern im Trockendock mit einem dringend nötigen Unterbodenanstrich versehen zu lassen und ein neues Echolot hat sie bei der Gelegenheit auch bekommen.

Duisburgs unbekannte Wasserseite: Schiffspfarrer und Hafenkenner zu Gast beim Politischen Nachtgebet

Photo: Wikipedia – Creative Commons Licence

Beim nächsten Politischen Nachtgebet, am Montag, 5. September 2022, geht es um 18 Uhr in der Marxloher Kreuzeskirche, Kaiser-Friedrich-Str. 40, um das Thema „Duisburgs Hafen – Gewinn oder Last?“. Mit Pfarrer Frank Wessel vom Evangelischen Binnenschifferdienst / Deutsche Seemannsmission soll über den Hafen und vor allem über seine für die Duisburger Bürgerschaft weithin unbekannte „Wasserseite“ gesprochen werden. Die September-Ausgabe des „Politischen Nachtgebetes“ in der Marxloher Kreuzeskirche sowie alle weiteren Ausgaben in diesem Jahr stehen unter der gemeinsamen Leitfrage: „Was soll in Duisburg besser werden?“

Mit Pfarrer Wessel, der durch seine Arbeit die Abläufe aber auch die Lebensbedingungen der dort Arbeitenden wie kein zweiter kennt, geht es diesmal um den Hafen, der ein Netzwerk internationaler Beziehungen und Verflechtungen ist: als größter Binnenhafen Europas, durch den Schienenweg nach Asien und über die Verbindung mit den Seehäfen an der Nordsee. Eine Frage des Abends ist, ob Duisburg auch eine Hafenstadt im Bewusstsein seiner Bürgerschaft ist. Im Gespräch geht es auch um die Aspekte, dass der Hafen sich zu einem internationalen Logistikzentrum entwickelt, durch das erhöhte Verkehrsaufkommen durch den Gütertransport die Anwohnerschaft belastet. Ebenso geht es um die Fragen „Wie wird sich der Hafen in Zukunft entwickeln?“ und „Welche ökologischen Vor- und Nachteile bietet der Hafen?“

Interessierte sind herzlich eingeladen, Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Das Politische Nachtgebet wird veranstaltet von dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, der IG Metall, der Evangelischen Bonhoeffer Gemeinde Marxloh-Obermarxloh und der katholischen Pfarrei St. Johann. Weitere Informationen unter www.nachtgebet.de.