Evangelische Kirche im Rheinland: Thorsten Latzel zum Präses gewählt

Thorsten Latzel wird Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Landessynode wählte den 50-jährigen Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt an die Spitze der Kirche, zu der zwischen Niederrhein und Saarland rund 2,4 Millionen Menschen gehören. Er tritt die Nachfolge von Manfred Rekowski an, der im März nach achtjähriger Amtszeit in den Ruhestand geht.

14.01.2021 / Landessynode der EKiR mit Wahl des neuen Praeses Dr. Thorsten Latzel (r.) mit seinem Vorgaenger Manfred Rekowski – Quelle: ekir.de/Hans-Jürgen Bauer

Der promovierte Theologe setzte sich im ersten Wahlgang mit 113 Stimmen gegen seine Mitbewerberin und seinen Mitbewerber durch: Almut van Niekerk, Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, erhielt 57 Stimmen. Auf Professor Dr. Reiner Knieling, Leiter des Gemeindekollegs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Neudietendorf, entfielen 17 Stimmen. Der neue Präses wird am 20. März in sein Amt eingeführt.

Konsequent von den Menschen her denken

Kirche müsse konsequent von den Menschen her denken, hatte Latzel in seiner Vorstellungsrede vor den Abgeordneten aus den 37 rheinischen Kirchenkreisen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland gesagt. Es gehe nicht um die Frage „Wie kommen die Leute zu unseren Angeboten?“, sondern: „Was können wir tun, um Menschen in ihrem Leben und Glauben zu stärken? Dazu müssen wir sie fragen: persönlich, zu Hause. Und wir sollten mit den 20- bis 40-Jährigen anfangen.“

Kirche muss Ort der Hoffnung für die Welt sein

Die Gesellschaft stehe vor immensen Aufgaben, so Latzel. Er nannte als Beispiele die Zerstörung der Umwelt, Gewalt und Ungerechtigkeit sowie antidemokratische Kräfte, gegen die die offene Gesellschaft gestärkt werden müsse. „Als Christinnen und Christen haben wir auf all das keine einfachen Antworten. Aber wir haben eine andere Perspektive: eine Perspektive der Hoffnung. Wir glauben an einen Gott, der die Welt in seinen Händen hält und der vom Tod auferweckt. Wir leben aus der unbedingten Liebe Christi, die uns auch mit Feinden anders umgehen lässt. Und wir haben die verwegene Hoffnung, dass Gottes Geist diese Welt zu einem guten Ende führen wird.“ Aufgabe der Kirche sei es, Ort der Hoffnung für die Welt zu sein: „Unsere Aufgabe ist es, die zu werden, die wir immer schon sind: Kirche Jesu Christi. Eine welt- und zukunftsoffene Gemeinschaft mit einem freien Glauben. Eine Kirche, die nicht versucht, überall alles zu sein, aber: Salz der Erde und Licht der Welt. Eine Kirche, die mit ihren eigenen Ressourcen ebenso haushält wie mit der uns anvertrauten Schöpfung. Eine Kirche, die den Nöten unserer Gesellschaft begegnet, indem sie heilsam Gott zur Sprache bringt. Und eine Kirche, die sich selbst immer wieder davon überraschen lässt, was Gott noch Großes mit uns vorhat.“

Zur Person: Thorsten Latzel

Dr. Thorsten Latzel ist seit 2013 Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt, die 2017 umgebaut und neu aufgestellt wurde. Von 2005 bis 2012 hatte Latzel als Oberkirchenrat das Referat „Studien- und Planungsfragen“ im EKD-Kirchenamt inne und leitete das Projektbüro Reformprozess. Er war u. a. zuständig für die EKD-Kirchen-mitgliedschaftsuntersuchungen, die Reformzentren und Kirche in der Fläche. Davor war Latzel als Pfarrer in Erlensee-Langendiebach (Kurhessen-Waldeck) tätig. Aufgewachsen in Bad Laasphe, studierte er Theologie in Marburg und Heidelberg. Der 50-Jährige ist u. a. Mitglied der Bildungskammer der EKD. Im Blog „glauben-denken.de“ veröffentlicht er wöchentlich theologische Impulse. Thorsten Latzel ist verheiratet und hat drei Kinder

Quelle: EKIR

Komme, was wolle – Gott ist und bleibt bei uns auf dem Weg

Bild von Myriams-Fotos auf Pixabay

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit Hoffen und Bangen, Erwartungen und Befürchtungen hat das Jahr 2021 begonnen. Werden wir die Coronakrise in den Griff bekommen und wird die Ausbreitung des Virus gestoppt werden? Werden wir rechtzeitig geimpft werden? Wird unsere Wirtschaft die Belastungen tragen können?  Werden wir gesund bleiben?

Die Antwort darauf – wer kann sie geben? Mut machende Voraussagen der Politiker? Die haben sich schon öfter geirrt. Ermahnungen und Prophezeiungen der Virologen? „Wenn ihr euch streng an die Regeln haltet, wird es gelingen und das Schlimmste bald vorbei sein“. Doch längst nicht alle sind so vorsichtig, wie es gefordert wird. 

Das alte Jahr ist vergangen, aber nicht alle haben das miterleben können. Wir beklagen die immer noch wachsende Zahl der Corona-Opfer. Wieviel Trauer und Schmerz, wieviel Enttäuschung und Tragik sich hinter den Zahlen verbirgt, vermögen wir uns kaum vorzustellen. Wenn dieses irdische Leben schon alles gewesen sein soll, dann haben viele Mitmenschen mit ihrem Leben alles verloren. Die Impfungen kommen für sie zu spät. 

Wir gehen durch harte Zeiten. Und viele, die es bisher immer wieder erfolgreich verdrängt haben, erkennen in dieser Zeit, wie zerbrechlich und vergänglich ein Menschenleben ist.

Wohl uns, wenn wir daraus lernen. Wir brauchen eine Hoffnung, die stärker ist als der Tod. Wir brauchen eine Gewissheit, die auch dann Trost gibt, wenn wir, menschlich gesprochen, untröstlich sind. Wir brauchen einen Halt, der uns Kraft und Mut gibt, in die ungewisse Zukunft hineinzugehen, statt gebannt auf kommendes Unheil zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange. 

Gott selbst hat uns diese Hoffnung ins Herz gelegt. Seine Liebe, seine Zuwendung, seine Verheißung stehen in Kraft und sind gültig über das irdische Leben hinaus. Komme, was wolle – Gott ist und bleibt bei uns auf dem Weg. Und er verspricht uns, uns auf dem Weg zu begleiten und da zu sein bis ans Ende, wenn unser Lauf vollendet und unser Weg die Pforten der Ewigkeit erreicht. Hier liegt aller Menschen Ziel, hier wird alles verwandelt und Trauer und Schmerz werden dort für immer überwunden sein. 

Diese Hoffnung festzuhalten, kann uns die Kraft und den Mut geben, die wir brauchen. Der Glaube kann durch dunkle Täler tragen und den Blick für das Licht am Ende des Tunnels öffnen. Er kann uns frei machen, uns ganz auf die Aufgaben der Gegenwart einzulassen. 

Die Jahreslosung für 2021 bringt das auf den Punkt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“  Ein Herz, das im Glauben und in der Hoffnung gegründet ist, dreht sich nicht mehr nur um die eigenen Sorgen, sondern es kann sich für andere öffnen. Wir können uns anderen zuwenden, die Hilfe brauchen. Wir können Trost geben, wenn wir selbst getröstet worden sind. Wir können Hoffnung machen, wenn wir selbst Hoffnung haben. Wir können barmherzig mit den Fehlern und Schwächen anderer umgehen, wenn wir selbst solche Barmherzigkeit erfahren haben und darauf vertrauen: Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes. Denn der barmherzige Gott ist in Jesus Christus bei uns alle Tage bis an der Welt Ende.  In diesem Sinne: Bleiben Sie behütet und  Gott befohlen!

Gottesdienste werden bis Mitte Februar ausgesetzt

Hervorgehoben

Das Presbyterium der Gemeinde Ruhrort-Beeck verlängert die Aussetzung von Präsenz-Gottesdiensten bis zur nächsten Sitzung Mitte Februar.

Angesichts der aktuellen Verlängerung des Lockdowns zum 31.01. und der Tatsache, dass sich die Infektionszahlen im Duisburger Norden noch auf einem insgesamt hohem Niveau befinden, verzichtet die Gemeinde bis zur nächsten Presbyteriums-Sitzung im Februar auf die Durchführung von Präsenz-Gottesdiensten.

Täglich eine Livestream-Andacht aus der Duisserner Lutherkirche im Internet

Auch in den Kirchen der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg entfallen bis zum Ende des Lockdowns die Gottesdienste vor Ort. Dafür gibt es dort an jedem Werktag eine Andacht, die live im Internet übertragen wird.  Beginnend mit dem 4. Januar 2021 um 17 Uhr lädt das Läuten der Glocke der Duisserner Lutherkirche zur Andacht ein.

Dass gleichzeitig der Küster die Altarkerzen anzündet, können nur die Menschen sehen, die auf www.youtube.com den Kanal „Lutherkirche Alt-Duisburg“ auswählen, denn das Gotteshaus bleibt geschlossen. Im Netz erwartet die Menschen dann live eine 12- bis 15-Minuten-Andacht mit Eingangsworten, der Lesung und Auslegung der Tageslosung und Gebet. Dazu gehört immer auch die musikalische Begleitung, die Kantor Marcus Strümpe und Kantor Andreas Lüken abwechselnd übernehmen. Unter dem Titel „5nach5“ wird es so montags bis samstags 2021 täglich um die gleiche Uhrzeit – eben 5 nach 5 – und zunächst bis zum 16. Januar solch eine kurze Livestream-Andacht geben. Sie alle werden auf dem Youtube-Kanal „Lutherkirche Alt-Duisburg“ auch nach der direkten Übertragung als Aufzeichnung abrufbar sein. Den Auftakt am 4. Januar gestaltet Pfarrer Stefan Korn, der sich an den folgenden Tagen mit Pfarrerin Sabine Schmitz und den Pfarrern Stephan Blank und Martin Winterberg abwechselt. Das Konzept von „5nach5“ ist nicht neu, denn die Gemeinde hatte es schon am 23. März 2020 eingeführt und während des ersten Lockdowns erfolgreich erprobt. 40 Andachten in diesem Format gab es bisher. Dass das Ganze gut funktioniert, liegt auch an Küster Meurer, Kantor Lüken und Presbyter Hammelrath, die allesamt technisch und internetmäßig versiert mit gebührendem Abstand zueinander am Livestream in der Lutherkirche mitwerkelten und es jetzt gerne wieder tun. Mehr Infos zur Gemeinde gibt es im Netz unter www.ekadu.de.

Lied zur Jahreslosung 2021 veröffentlicht

„Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ – diese Bibelstelle aus dem Lukasevangelium (6,36) wurde von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen  als Jahreslosung für 2021 ausgewählt. Daniel Drückes, erster Pop-Kantor der rheinischen Kirche, hat dazu ein Lied komponiert und getextet. Es heißt „Barmherziger Vater“ und ist seit dem 1. Advent auf dem Youtube-Kanal seiner Duisburger Gemeinde Wanheimerort abrufbar.

Drückes, seit Oktober auch Vorsitzender des Verbands für christliche  Popularmusik in der Evangelischen Kirche im Rheinland, legt bereits seit 2018 jedes Jahr ein Lied zur jeweiligen Jahreslosung vor, die alle auf seinem persönlichen Youtube-Kanal  zu hören sind. „Das ist eine Tradition, die ich mir selbst gemacht habe“, sagt der 34-Jährige. Das jüngste Lied entstand ab Ende September. „Meist beginne ich mit dem Refrain und habe dann schon eine Melodie im Kopf.“ Drückes spielte das Lied in Einzelaufnahmen mit vier Sängerinnen und einem Sänger seines Chors PraiSing in seinem Heimstudio ein. Aus den Tonaufnahmen und später einzeln gedrehten Videos entstand der vierminütige Videoclip.

Quelle: EKIR

Jahreslosung 2021

Design: Günther Seibold https://jahreslosung.net/jahreslosung-2021-herunterladen-und-selbst-ausdrucken/

Die Jahreslosung 2021 ruft auf zur Barmherzigkeit.
Jesus sagt:
„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36)

Mich hat das „wie“ fasziniert. Ist das nicht eine Überforderung? So barmherzig sein wie Gott? Wenn das einer von sich behaupten würde, würden wir das anmaßend finden.
Andererseits ist es schon logisch: Nichts anderes als die Barmherzigkeit Gottes sollen wir nehmen und anwenden. So hat es auch Jesus gelebt und uns gezeigt, wie Gottes Barmherzigkeit geht.

Zur Gestaltung der Jahreslosung ist mir das Kleiner-Gleich-Zeichen eingefallen: Der Sache nach muss unser BARMHERZIG dem Gottes gleich sein. Der Quantität nach darf unser BARMHERZIG kleiner sein als das Gottes. So ergibt sich ein Kleiner-und-Gleich. Wenn wir anfangen, nur einen Bruchteil der Barmherzigkeit Gottes zu leben, dann werden wir schon dem Aufruf Jesu entsprechen und Gottes Willen in der Welt verwirklichen.

Neben das Kleiner-Gleich-Zeichen habe ich daher BARMHERZIG gestellt – gleich, aber in verschiedener Größe.

Das Kleiner-Gleich-Zeichen enthält auch einen Richtungspfeil: Das BARMHERZIG Gottes kommt zu uns.

Text und Grafik: Günther Seibold – Mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers verwendet.

Online-Weihnachtsgottesdienst in Gebärdensprache für die Duisburger Gehörlosengemeinde

Wegen des neuen Lockdowns kann auch der in Duisburg geplante Weihnachtsgottesdienst der Gehörlosengemeinden nicht vor Ort gefeiert werden. Darum hat ein Team um Pfarrer Volker Emler von der Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge einen Weihnachtsgottesdienst in Gebärdensprache aufgezeichnet. Zu sehen ist er auch über die Internetseite www.kirche-duisburg.de. 

Pfarrer Volker Emler von der Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge der evangelischen Ruhrgebietskirchenkreise Essen, An der Ruhr/Mülheim, Duisburg und Oberhausen betreut auch die Duisburger Gehörlosengemeinde. Mit ihr feiert er in besseren Zeiten die Sonntagsgottesdienste in der Duisburger Marienkirche, und zwar ohne Orgel, ohne Kirchenmusik aufgrund der Gehörlosigkeit, „aber mit der Poesie von Gebärdenliedern, die von den gehörlosen Gottesdiensthelferinnen und -helfern vorgetragen werden.“ Dies alles war und ist jetzt während der Pandemie nicht möglich, aber die Internetandachten und -gottesdienste in Gebärdensprache helfen mit, den Kontakt aufrecht zu erhalten.  

Zu sehen ist der Weihnachtsgottesdienst in Gebärdensprache auch direkt hier auf  YouTube

Quelle: EKIR

Silvester 2020: Weitere Maßnahmen zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus beschlossen

Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat mit Blick auf Silvester 2020 weitere Maßnahmen zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus beschlossen.

Für das Abbrennen und Zünden von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2, zu denen zum Beispiel Raketen, Batterien oder Knallkörper für Personen ab 18 Jahren zählen und deren Einsatz ganzjährig verboten ist außer an den Tagen rund um Silvester, gelten in Duisburg in der aktuellen Situation neue Regelungen: Diese Pyrotechnik darf am Silvestertag, 31. Dezember 2020, und am Neujahrstag, 1. Januar 2021, in folgenden öffentlichen Außenbereichen nicht genutzt werden:

1. Hamborner Altmarkt 
2. Marktplatz Hochemmerich
3. Platz um die Pauluskirche in Hochfeld
4. Kaiserberg
5. Angerpark mit Heinrich-Hildebrand-Höhe mit Tiger & Turtle in Duisburg-Angerhausen

Generell appelliert die Stadt, auf das Zünden von Feuerwerk wegen der hohen Verletzungsgefahr zu verzichten, um so die bereits enorm belasteten Krankenhäuser nicht weiter zu strapazieren.
Außerdem gilt in den öffentlichen Bereichen, in denen bereits jetzt eine zeitlich begrenzte Maskenpflicht besteht, darüber hinaus auch am 31. Dezember ab 20 Uhr bis zum 1. Januar 2021 um 3 Uhr die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Für denselben Zeitraum besteht zusätzlich auch auf dem Kaiserberg sowie im Angerpark die Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske.

Weihnachtsandacht für Zuhause

CC BY-ND 4.0 Michael Hüter/ekir.de

Liebe Gemeinde, liebe Mitfeiernden!

Über die Beschaulichkeit der Nächte auf dem Hirtenfeld und die von Helligkeit umstrahlte Wärme der Krippenszenerie in jenem Stall zu Bethlehem ist im Laufe der Jahrhunderte viel gedacht, geschrieben und diskutiert und vor allem auch gesungen, gespielt und gemalt worden.

Obwohl eigentlich die ganze Bibel Zeugnis davon ablegt, dass Gott unserer Welt nicht fern bleibt, dass wir ihm zu Herze gehen, und dass er – wie es uns in jedem Gottesdienst wieder versichert wird – „das Werk seiner Hände nicht loslässt“, konzentriert sich doch zu Weihnachten diese ganze wechselvolle Geschichte in diese Erzählung von der Geburt Jesu im Stall und den Hirten, die kommen, um zu sehen, was da geschehen ist. Denn da ist nach unserer Meinung genau das von Gott sichtbar geworden und in unserer Welt greifbar erschienen, was immer schon seine Beziehung zu uns ausgemacht hat.

Es ist eine Geschichte, die sich wahrnehmbar in unserer Welt abspielt, und nicht irgendwo über den Wolken. Lukas hält ausdrücklich die historischen Daten fest, das ist ihm wichtig. Dann und dann, zu genau jener Zeit („Als Quirinius Statthalter war…“) hat dies stattgefunden. Und wenn Gott in der Welt erscheint, dann ist auch diese unsere Welt gemeint, die, in der wir leben. Keine Phantasie, kein Gedankengebilde, sondern Tatsache!

Und im Zentrum steht die Geburt des Herrn, der – wie viele Menschen heutzutage auch – unter Umständen geboren wird, die eine harte und raue Wirklichkeit widerspiegeln. Eine Geburt öffnet immer ein Fenster zur Zukunft. Ohne die Fragen beantworten zu können, stellen sie sich trotzdem. Was wird aus dem Kind mal werden?

Wird es glücklich sein? Wird es Krieg und Katastrophen überleben, hoffentlich gar nicht erst erleben müssen und ein langes Leben haben?

Als erste erfahren Hirten von dieser Geburt, die draußen auf dem Feld ihren Dienst tun, Wachpersonal auf Nachtschicht, zuständig für die Sicherung der Besitzstände anderer. Hier im alltäglichen (oder allnächtlichen) ärmlichen Klein-klein findet das statt, was die Welt seit fast zweitausend Jahre immer wieder auf andere Gedanken zu bringen versucht. Gott ist es, der die Zukunft in Aussicht stellt, und der sie allen zuspricht, die darauf ihr Vertrauen setzen. Das Fenster zur Zukunft, das jede Geburt in einer Familie ihr öffnet, soll hier ein Fenster auf die Zukunft aller sein.

Mit dieser Geburt ist der in die Welt gekommen, der seitdem der Garant dafür ist, dass diese Welt nicht ist wie ein verlorener Ball im hohen Gras, der von keinem mehr gefunden wird, und der zugleich den ständigen Anstoß dazu gibt, um – wie er – immer wieder das Verlorene zu suchen. Das Göttliche, das gefunden wird, erfordert keine Verrenkungen, nur, dass man sich auf den Weg macht.

Das haben in jener Nacht ja die Hirten erfahren. Aufgerüttelt und sich fürchtend haben sie plötzlich erfahren, wie nah der Himmel der Erde sein kann. Fürchten sollten sie sich darum aber gerade nicht, die Engel rufen ja zu Freude auf.

„Ehr sei Gott! Auf Erden Frieden! Allen Menschen Wohlgefallen, Gottes Gnade allem Volk, Gottes Gnade allem Volk!“ (EG 52)

„​Immer werden wir ’s erzählen, wie das Wunder einst geschehen…“​ … auch in diesem Jahr, in dem wir das Weihnachtsfest so anders feiern werden als wir es bis jetzt gewohnt waren.

Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote verhindern grundlegend, dass wir zu nah aneinander rücken, wenn wir schon überhaupt mit allen zusammenkommen können, mit denen wir zum Fest gerne zusammen wären. Ohne das viele Drumherum, auf das wir in diesem Jahr notgedrungen außerdem verzichten müssen, liegt die Weihnachtsgeschichte nun fast vor uns wie das Jesuskind in der Krippe damals, „….liegt in der Krippen bloß und leucht‘ doch wie die Sonne…“ (EG35). Auch die Virus-Pandemie wird uns nicht davon abhalten, diese Geschichte wie immer zu hören und neu zu hören und uns Gedanken darüber zu machen, wie wir uns denn unter den völlig anderen Bedingungen trotzdem auf dem Weg machen können, „​und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.“ ​Amen.

Wenn Sie die ganze Weihnachtsandacht von Pfarrer i. R. Tijmen Aukes zu Hause nachfeiern möchten, dann laden Sie sich an dieser Stelle das PDF herunter:

Adventslieder zum Mitsingen für Zuhause

Zum Mitsingen bekannter Advents- und Weihnachtslieder laden Studierende und Lehrende der Hochschule für Kirchenmusik Dresden sowie die Landesposaunenwarte der Sächsischen Posaunenmission ein. Dieses Video mit den Adventsliedern wurde in der malerischen George-Bähr-Kirche in Dresden-Loschwitz aufgenommen.

0:27 EG 4 Nun komm, der Heiden Heiland 3:43 Begrüßung 4:50 EG 11 Wie soll ich dich empfangen (Vorspiel) 9:12 EG 11 Wie soll ich dich empfangen (Strophen) 12:27 EG 7 O Heiland, reiß den Himmel auf 16:26 SvH (Singt von Hoffnung) Singet fröhlich im Advent 21:29 EG 16 Die Nacht ist vorgedrungen 27:11 Seht, die gute Zeit ist nah 29:49 EG 8 Es kommt ein Schiff geladen